Musik und MS

Musik und MS

Geht das? Ja klar und wie.
In der Musik kann ich mich wieder einfangen, meine Gedanken sortieren, meine Gefühle gerade rücken und ganz Ich sein.
Nach meiner Diagnose MS bin ich erstmal in ein Loch gefallen. Nach ein paar Jahren konnte ich viele Sache, wie Sport und mein größtes Hobby Feuerwehr, nicht mehr ausüben. Mein Körper hat das nicht mehr zugelassen.

Zack, und schon war ich ohne Hobby. Das tat mir schon verdammt weh, aber was nun?

Seit meiner Jugend habe ich viel mit Musik zutun gehabt. Habe viel mit einer Band gewurschtelt. Habe die Technik übernommen. Also backstage hantiert und bei Gigs den Krach mit einem Mischpult zu einer Musik gemixt. Dann mit dicken Verstärkern durch die Boxen gepustet.
Hatte immer mal vor, aktiv an einem Musikinstrument mich auszutoben. Aber das hat irgendwie zeitlich und so, nicht geklappt.

Aber jetzt nach dem Verlust meiner Hobbies habe ich wieder genug Zeit.
Also habe ich mir mit 48 Jahren einen E-Bass mit kleiner Anlage gekauft. Und habe mit professinellem Unterricht angefangen, welchen ich immer noch nehme. Dort lerne ich nicht nur mit der Bass-Gitarre umzugehen, sondern auch viel Musiktheorie. Das ist für mich mit MS eine sehr große Herausforderung.
Ich sage immer: „Das ist meine private Ergotherapie.“ Auch macht mich die Musik glücklich. Hatte auch schon fast 2 Jahre in einer Blues-Band gespielt.

Musik ist für mich sehr wichtig, meine Tankstelle um Kraft zu tanken und Zufluchtsort an dem ich mich zurück ziehen kann. Wenn es mir mal nicht so gut geht, nehme ich meine Gitarre in die Hand und rocke los. Das hilft mir dann auch immer wieder aus dem Loch zu steigen. Musik ist meine beste Medizin. Und Spaß bringt sie auch noch ´ne Menge.

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Musik ist die beste Medizin. Viel besser als jede Tablette. Und auch absolut nebenwirkungsfrei.

Musik machen ist auch sehr wichtig für den Körper und für das Hirn.
Wenn ich Bass spiele, beschäftige ich alle Extremitäten und beide Hirnhälften.
Meine rechte Hand spielt die Saiten an, 4 an der Zahl, die linke Hand ist die Greifhand und bewegt sich rasch und präzise über den Gitarrenhals  und versucht die richtigen Bünde im richtigen Rhytmus zu greifen. Mindestens ein Fuß, besser auch der ganze Körper geht mit dem richtigen Takt. Das braucht man für das richtige Taktgefühl welches auch sehr wichtig ist. Die Augen müssen alles im Blick haben. Die Gitarre und /oder auch die Noten. Nicht nur die Arme, Beine und Augen sind ordentlich beschäftigt. Die rechte wie auch die linke Hirnhälfte sind voll in Aktion. Die müssen schließlich Alles steuern.

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Musik ist ein gewaltiger Stimulus für das Gehirn. Musizierende Menschen lernen besser z.B. Fremdsprachen.
Musiker können sich besser konzentrieren, nicht nur beim Spielen. Die Liste der nachgewiesenen positiven Effekte wird immer länger. Vor allem aber macht Musik glücklich.
Es geht nicht um die Musik, die in Einkaufszentren oder Supermärkten lärmt, aus Fahrstühlen oder Warteschleifen dudelt. Man wird ständig beschallt. Musik war nie so leicht verfügbar wie heute, per Stream, Download, über das eigene Telefon.
Aber wann hat man zuletzt wirklich hingehört?

Musik wirkt, wenn Menschen in einer Band spielen, unter der Dusche singen oder abends Salsa tanzen. Oder mit Genuss zuhören.
Erst dann wird Musik zu „einer Brücke zwischen Emotion und Kognition“, sagt Mari Tervaniemi, die in Helsinki ein Forschungsteam leitet, das untersucht, wie man Musik in der Heilung von neurologischen Störungen einsetzen kann. Vielleicht könne mit Musik sogar jeder zu seinem eigenen Therapeuten werden.
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„Manchmal fühlt es sich an wie eine Sucht“

„Es ist noch zu früh, um Musik als Allheilmittel zu erklären. Wir müssen erst herausfinden, warum sie positiv wirkt, um auch die Krankenkassen zu überzeugen“, sagt Daniela Sammler, die Neuropsychologin aus Leipzig.

Sammler interessiert vor allem die Wahrnehmung. Der Anfang der Beweiskette, wenn man so will. Wie werden Töne verarbeitet? Ein paar Tage nach dem Versuch weiß sie bereits, dass die erste Probandin die schiefen Töne aus dem Experiment unbewusst erkannt hat. Sie will noch 19 weitere Männer und Frauen testen.

Sammler untersucht auch Musiker beim Spielen. Eine Klaviermanufaktur hat für das Institut einen Flügel zerlegt und aus den Teilen ein Mini-Piano konstruiert. Es enthält kein Metall und ist klein genug, um auf dem Schoß eines Pianisten in einen Computertomografen zu passen. Der Pianist spielt im Liegen. Es sei übrigens nicht schwer, Freiwillige für solche Experimente zu finden, sagt Sammler: „Viele Musiker wollen wissen, was in ihren Köpfen los ist.“

Manchmal fühle es sich an wie eine Sucht, sagt Tim Neuhaus. Er ist Musiker, spielt Schlagzeug, Gitarre und singt. Die Musik beansprucht so viel Platz in seinem Kopf, dass er sich nicht vorstellen mag, welches Loch da ohne sie wäre. Neuhaus macht kaum etwas anderes als Musik, und wenn man ihn davon reden hört, von den irren Glücksgefühlen, die ihm das beschert, spürt man selbst etwas. Man bekommt gute Laune.

 

Jeder Auftritt macht Tim Neuhaus glücklich

Tim Neuhaus macht seit 30 Jahren Musik. Dabei ist er erst 37. Klavier, Schlagzeug, Gitarre. „Und wenn man mit der Gitarre angefangen hat, ist der Bass auch nicht weit“, sagt er. Neuhaus arbeitet als Schlagzeuger bei den Shows der Blue Man Group in Berlin und in der Band des Sängers Clueso. Er stand bereits mit Künstlern wie Udo Lindenberg, Glen Hansard, Joan Baez und Patti Smith auf einer Bühne. In seiner eigenen Band, die heißt wie er selbst, singt Tim Neuhaus auch.

Jeder Auftritt macht glücklich, sagt Tim Neuhaus. Am besten ist es natürlich, wenn auch die Leute im Publikum begeistert sind. Er spürt ihre Stimmungen genau. Und wenn Neuhaus für sich allein auf der Gitarre spielt, ist er wieder der Junge, der mit seinen Freunden von einer Karriere als Musiker träumt. Es beginnt nach ein paar Takten. Tim Neuhaus hat die Gitarre kaum in der Hand, da fühlt er es schon.

Woher kommt es, dieses Glück, fragt er sich.

„Das ist ein umfassendes Ereignis im Kopf. Das halbe Gehirn ist aktiv“, sagt er. Die Musik und die angenehmen Erinnerungen bringen Jänckes Hormonhaushalt durcheinander. Sein Körper schüttet Glücks- und Bindungshormone aus. Serotonin, Dopamin, Oxytocin. Der Forscher ist vergnügt. Auch wenn Jäncke es nicht spürt, dürfte gleichzeitig der Gehalt an Abwehrstoffen in seinem Blut steigen, Untersuchungen haben gezeigt, dass Musikgenuss das Immunsystem anregt.

Die Effekte, die das Hören von Vivaldi auf Jäncke hat, lassen sich noch steigern. Neben seinem Schreibtisch in der Uni steht ein Keyboard, auf dem Jäncke gelegentlich übt. „Das ist eine extreme Geduldsprobe für mich. Ich arbeite in der Forschung schon so lange mit Profi-Musikern, dass ich ein besseres musikalisches Niveau gewöhnt bin als mein eigenes.“

Es geht um die Frage, was Musikhören und Musikmachen denn nun bringen, abgesehen von ein paar Glückshormonen. Altenmüller hat Medizin und Querflöte studiert. Er konnte sich nicht entscheiden. Etwa einmal im Monat tritt er als Flötist auf. Ansonsten leitet er das Institut für Musikphysiologie an der Musikhochschule Hannover. Seit 30 Jahren beschäftigt er sich mit den Wirkungen der Musik auf den Menschen, er hat seine Leidenschaften verbunden.
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Musik fördert die Funktionen, die zur Selbstkontrolle nötig sind

„Musik macht Kinder kooperativer“, sagt Altenmüller. Das sei gut belegt. Auch ihre emotionale Kompetenz steige. Aus weiteren Experimenten wisse man, dass musizierende Kinder ein besseres Wortgedächtnis haben. Ähnliches gilt für Erwachsene.
Musik fördert auch die „exekutiven Funktionen“. Gemeint sind die Fähigkeiten, die Menschen benötigen, um ihr eigenes Verhalten zu kontrollieren. Man setzt sich ein Ziel, plant den Weg, steuert seine Aufmerksamkeit, unterdrückt Impulse, korrigiert sich. Musiker üben das alles ständig. Man könne nicht einfach mal ein Jahr aussetzen, sagt Altenmüller. Er selbst probt derzeit Salieri, das „Konzert für Flöte und Oboe“. Wenn ein Stück endlich richtig gelingt, wird man mit einer Extraportion Glückshormonen belohnt.

 

 Die Vorteile des Musikmachens für das Gehirn
Ein tolles Video zwar in Englisch, aber mit deutschen Untertitel.

 

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