Schub erkennen

Wie erkenne ich einen Schub?

Auch wenn sich keine Symptome zeigen, kann die MS aktiv sein. Sogar während einer Therapie.   Es ist wichtig, dass auch in der Zeit ohne Beschwerden die Therapie ohne Pausen weitergeführt wird. 

Ähnliches FotoAktive Entzündungswerte (Läsionen) können Impulsweiterleitungen in den Nerven stören,behindern oder sogar nicht weiterleiten. Das kann dann zu neurologischen Störungen führen.
Diese treten hauptsächlich im Gehirn und/oder Rückenmark auf.

Es können schon ältere Läsionen sein, die vollständig abgeklungen sind und dann erneut auftreten. Oder auch ganz neue Läsionen mit den dazugehörigen Ausfallerscheinungen.

Diese Symptome treten deutlich in Erscheinung, oder sie werden kaum wahrgenommen.

Ganz typische Symptome eines Schubes kann folgendes sein:

  • Empfindungsstörungen in Armen und Beinen (z. B. Taubheitsgefühl oder Kribbeln)
  • Sehstörungen (z. B. bei einer Sehnerventzündung oder Doppelbilder)
  • Koordinationsstörungen (z. B. Schwindel, Zittern, usw.)
  • Gangunsicherheit
  • Sprechstörungen

Teilweise bekommen MS-Erkrankte auch eine erhöhte Körpertemperatur und daraus resultierende verschlechterung der Symptome.
Vorsicht geboten ist bei heißen Bädern, heißem Wetter, Reisen in warme Länder oder besuch einer Sauna. Oft auch bei Fieber durch z.B. einer Infektionskrankheit.
Das kann eine Fartigue verstärken. Aber nach abkühlen des Körpers (Kühle Bäder, Kühlwesten oder schattige Plätze) klingt es meist wieder ab. 

Ein tatsächlicher MS-Schub liegt vor, wenn folgende vier Punkte zutreffen:

  • Ein oder mehrere neue, bisher unbekannte Krankheitszeichen entwickeln sich oder Krankheitszeichen, die sich komplett zurückgebildet hatten, treten wieder auf
  • Dies geschieht unabhängig von Fieber, einer Entzündung oder einer Änderung der Körpertemperatur
  • Die Krankheitszeichen dauern mindestens 24 Stunden an.

 

Bei den meisten Patienten bilden sich die Symptome eines Schubes innerhalb von 6 bis 8 Wochen wieder zurück. Bleiben die Beschwerden mehr als 6 Monate bestehen, klingen sie allerdings nur noch bei 5 % der Betroffenen wieder ab.

Also bitte immer direkt mit dem Neurologen abklären. Nur keine Zeit vergäuden. Das kann schließlich auf Dauer Probleme erzeugen.

 

Bei einer anhaltenden Krankheitsaktivität bilden sich MS-typische Entzündungsherde (Läsionen)  im Gehirn oder Rückenmark neu oder werden wieder aktiv. Die meisten dieser Entzündungsherde machen sich nicht als Symptome bemerkbar – sie lassen sich nur in der Kernspintomographie (MRT)  als neue, aktive Läsionen oder als eine Reaktivierung bzw. Vergrößerung von alten Läsionen nachweisen. Etwa jede zehnte Läsion, die im Laufe der Krankheit neu entsteht oder sich verändert, löst einen MS-Schub aus.

Die Schübe sind demnach nur die Spitze des Eisberges. Sie zeigen eine anhaltende MS-Aktivität an. Schubauslösende Faktoren werden dabei oft überschätzt, denn nur bei wenigen Schüben lassen sich auslösende Situationen feststellen.
Ein Risiko sind jedoch alle seelischen und körperlichen Belastungen, bei denen das Immunsystems angeregt wird:

  • Infektionen (z. B. grippaler Infekt)
  • Hormonelle Umstellungen (z. B. Pubertät, Wochenbett)
  • Immunstimulierende Medikamente
  • Änderung der Lebenssituation (z. B. Trennung vom Partner, Tod einer nahe stehenden Person, Umzug)

Im Verlauf der Erkrankung, ohne Therapie, treten Schübe zunächst ca. 1,8-mal pro Jahr auf. Mit der Zeit werden sie seltener, wobei die MS allerdings bei einem Teil der Patienten unbehandelt nach zehn Jahren in eine Phase übergeht, in der sie auch ohne Schübe schleichend weiter fortschreitet. (sekundär progredienter Verlauf)

Bildergebnis für schub erkennen bei ms

Schübe vermeiden

Die anhaltende Krankheitsaktivität schädigt also unbemerkt weiterhin Nervengewebe im Gehirn und im Rückenmark. Zudem besteht bei Schüben die Gefahr, dass die Symptome nicht vollständig abklingen, sondern zu bleibenden Beschwerden führen. Daher hat die Häufigkeit der Schübe auch einen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung: Ist die Schubrate (vor allem in den ersten zwei Krankheitsjahren) hoch, schreitet die MS schneller voran, Behinderungen können früher eintreten. Sind die Schübe hingegen selten, ist der Krankheitsverlauf langsamer und das Risiko von Behinderungen geringer.

 

Immer mit dem Arzt reden

Da die Anzahl der Schübe einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf hat, ist es wichtig, den Körper genau zu beobachten und auf entsprechende Hinweise zu reagieren. Beim Verdacht auf einen Schub sollte der behandelnde Neurologe aufgesucht werden, damit er die Symptome untersuchen, ggf. einen Schub feststellen und eine kurzfristige Behandlung des akuten Schubes durchführen kann.

Wenn ein Schub unter Anwendung einer Basistherapie auftritt, kann nach Absprache mit dem behandelnden Neurologen ein Therapiewechsel erwogen werden.

 

(teilweise Quellen: unter anderem DMSG und MSlife)

 

 

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